Für die Menschen hierzulande ist das Zähne putzen ohnehin eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem können keineswegs alle erwachsenen Bundesbürger mit einem gesundes Gebiss glänzen.

Häufig ist ihr Gebiss mit Kronen oder Brücken ausgestattet oder sie haben sogar Löcher in den Zähnen. Kronen, Brücken oder Implantate gehen aber schnell ins Geld. Viele der Erwachsenen (rund 20 Prozent) leiden sogar an Parodontitis. Woran liegt das? Einer der Gründe ist wohl, dass viele Menschen nicht richtig Zähne putzen. Laut einer Studie des Forsa-Instituts, sie wurde von der Universität Witten/Herdecke und dem Versicherungsunternehmens AXA in Auftrag gegeben – putzen rund 57 Prozent der Menschen hierzulande ihre Zähne nicht richtig. In der Folge können sich in ihrem Mund Bakterien ausbreiten, die zu Karies und Parodontitis führen. Eine Mischung aus zuckerhaltigen Speiseresten und Speichelrückständen ernährt Mikroorganismen, die sich als Plaque oder als ein Biofilm an den Zähnen festsetzen. Der Zucker wird in Säure umgewandelt, diese Säure entzieht den Zähnen Mineralien, was dazu führt, dass sie porös werden. Es kommt zu Löchern in den Zähnen und auch zu Karies.

Wie oft und wie lange Zähne putzen?

Eine Schallzahnbürste verkürzt die reguläre Putzzeit auf 2 Minuten.

Sie sollten Ihre Zähne wie bereits im frühen Alter gelernt, zweimal am Tag (morgens und abends) gründlich putzen. Ideal wäre es, wenn Sie die Möglichkeit hätten, Ihre Zähne auch nach der Hauptmahlzeit zu reinigen. Mit einer herkömmlichen Handzahnbürste putzen Sie die Zähne immer drei Minuten lang. Steht Ihnen eine Schallzahnbürste zur Verfügung, dann wird Ihnen in der Regel eine Putzzeit von zwei Minuten empfohlen.

Diese Erzeugnisse sind häufig mit einem 2-Minuten Timer ausgestattet, der Ihnen hilft diese Putzzeit exakt einzuhalten. Die meisten der modernen Schallzahnbürsten haben Ihnen zudem einen Quadranten-Timer anzubieten, der Ihnen signalisiert, sobald Sie einen Kiefer-Quadranten gründlich genug gereinigt haben und deshalb zum nächsten Viertel übergehen sollten.

Längeres Zähneputzen ist eher nicht empfehlenswert, wie man bei der Newcastle University in England herausfand. Laut der Wissenschaftler an der Universität würde dadurch nämlich nicht mehr Zahnbelag entfernt, sondern es würde eher die Gefahr bestehen, dass Zahnfleisch und Zahnschmelz verletzt würden.

TIPP: Neuere Studien haben ergeben, dass es besser ist, erst eine halbe Stunde nach den Mahlzeiten die Zähne zu putzen. Vor allem dann, wenn Sie säurehaltige Lebensmittel zu sich genommen haben. Denn durch diese Säure werden die Mineralien aus den Zähnen gelöst und danach beim Zähneputzen wieder fortgespült.

Elektrisch oder manuell?

Gewiss wollen Sie sich Ihre Zähne richtig putzen. Dabei spielt aber auch die Wahl der Zahnbürste eine nicht unerhebliche Rolle. Sie haben die Wahl zwischen einer elektrischen Zahnbürste oder einer klassischen Handzahnbürste. Beide Modelle reinigen sehr gut, sofern sie richtig angewendet werden. Allerdings raten doch sehr viele Zahnärzte zu einer elektrischen Zahnbürste. Dabei schneiden die modernen Schallzahnbürsten mit den vibrierenden Bürstenköpfen besonders gut ab.

Laut Experten ist die ideale Handzahnbürste mit Borsten von mittlerer Härte ausgestattet. Leiden Sie unter freiliegenden Zahnhälsen, dann sollten Sie ein Modell mit einem weichen Bürstenkopf wählen. Abgerundete Borsten sind besonders schonend zum Zahnfleisch. Ein kleiner Bürstenkopf sorgt dafür, dass Sie auch die Backenzähne komfortabel erreichen.

Bei einer elektrischen Zahnbürste mit rotierenden Borsten übernimmt diese den größten Teil der Arbeit. Mit einem solchen Modell, das mit der Schall-Technologie arbeitet, brauchen Sie beim Zähneputzen keinerlei Druck auszuüben. Es arbeitet mit schnellen Vibrationen und kann daher auch Stellen erreichen, an die eine Handzahnbürste nur schwer oder kaum herankommt. Eine Schallzahnbürste ist besonders sanft zu Ihren Zähnen und zum Zahnfleisch. Mithilfe ihrer schwingenden Bewegungen löst und entfernt sie deutlich mehr Plaque als eine herkömmliche Handzahnbürste.

Anleitung: Richtig Zähne putzen

Beim Putzen mit einer Handzahnbürste dürfen Sie auch die Zahnzwischenräume nicht vergessen. Sie sollten Ihre Zähne mindestens drei Minuten lang putzen, dann vergessen Sie gewiss keinen Zahn und auch keine Zahnflächen.

Legen Sie sich zum richtigen Zähne putzen eine Routine zu und putzen Sie immer in der gleichen Reihenfolge.

Der Anpressdruck beim Zähneputzen mit der Handzahnbürste sollte nicht zu fest sein. Reinigen Sie Ihre Zähne von „rot“ nach „weiß“ und führen Sie mit der Bürste kleine kreisende Bewegungen aus.

Zähne richtig putzen mit elektrischer Zahnbürste: Mit einer Schallzahnbürste reinigen Sie Ihre Zähne etwas anderes. Sie wird erst im Mund eingeschaltet und in einem 45 Grad Winkel an die Zähne gesetzt. Das Modell sollte sanft – beinahe ganz ohne Druck über Ihre Zähne gleiten. Mit einer Zahnbürste mit Schall erreichen Sie auch die Zahnzwischenräume und ebenso die schwer zugängliche Stellen im Mund. Auch mit einer elektrischen Bürste putzen Sie die Kauflächen mit Vor- und Rückwärtsbewegungen (vertikal).

Wie oft sollten die Zahnbürste oder ein Bürstenkopf gewechselt werden?

Sowohl bei der Handzahnbürste als auch bei der elektrischen Zahnbürste sollten Sie den Bürstenkopf regelmäßig austauschen. Denn nach einer gewissen Zeit lässt die Reinigungswirkung der Borsten nach, sie spalten sich und könnten dadurch Ihr Zahnfleisch verletzten. Zudem gibt es noch den hygienischen Aspekt, der dafür spricht, dass Sie den Bürstenkopf regelmäßig wechseln.

Eine Handzahnbürste sollten Sie nach zirka acht bis neun Wochen austauschen. Mit der Zeit können sich bei den Borsten Bakterien ansammeln. Auch bei einer Schallzahnbürste darf der Bürstenkopf nicht stiefmütterlich behandelt werden. In ihren Borsten werden mit der Zeit ebenso Bakterien vorhanden sein, die sich beim Zähneputzen im Mund verteilen können. Es gibt auch hier eine Faustregel: Sie besagt, dass die Ansteckbürsten bei regelmäßigem Gebrauch alle drei Monate ausgetauscht werden sollten. Damit wird den Keimen im Mund kein unnötiger Nährboden geboten.

Zähne putzen bei Baby und Kleinkind

Ab wann Zähne putzen?

Auch die Milchzähne sollten gründlich gepflegt werden. Fallen sie aus, droht den neuen Zähnen eine Fehlstellung. Sie können Ihren kleinen Liebling bereits an das Zähneputzen gewöhnen, bevor der erste Milchzahn durchgebrochen ist. Massieren Sie den Kieferkamm sanft mit einer speziellen Babyzahnbürste. Auch ein Beißring mit integrierter Zahnbürste kann helfen, Ihr kleines Kind an die Zahnbürste zu gewöhnen. Die Zahnleisten eines Babys sind besonders empfindlich, sobald das erste Zähnchen heraussprießt. Wenn das erste Milchzähnchen da ist, beginnen Sie mit der eigentlichen Zahnreinigung. Besonders entspannend gelingt Ihnen das, wenn Sie zum Beispiel ein lustiges Kinderlied dazu singen.

Solange nur einige Milchzähne da sind, werden diese mit einem Wattestäbchen gereinigt. Später benutzen Sie eine weiche Kinderzahnbürste zusammen mit einer kleinen Menge Kinderzahnpasta. Mit einer Hand halten Sie Ihr Baby mit der anderen Hand führen Sie die kleine Zahnbürste. Am Anfang genügt es, wenn Sie die Zähnchen einmal täglich vor dem Schlafengehen putzen.

Spielerisch Zähne putzen

Seien Sie Ihren Kindern ein gutes Vorbild beim Zähneputzen und lassen Sie diese Tätigkeit nie unter den Tisch fallen, selbst dann nicht, wenn Sie oder der kleine Nachwuchs müde sind. Denn auch die Milchzähne müssen sorgfältig gepflegt werden. Entzündete Zahnwurzeln stören die Entwicklung der nachfolgenden Zähne erheblich. Das erste Gebiss unterstützt zudem die Sprachentwicklung Ihres kleinen Lieblings. Deshalb sollten die Vorderzähne nicht zu früh verloren gehen, damit die Lautentwicklung nicht gestört wird.

Ein kleines Kind lässt sich einfach zum Zähneputzen bringen. Vielleicht darf es mit Ihnen zusammen eine Zahnbürste aussuchen. Eine lustige Zahnputzuhr kann Ihr Kleines eventuell auch sehr gut zum Zähneputzen motivieren. Dabei kommt keine Langeweile auf und die Zahnputzzeit verfliegt im Flug. Ein lustiges Zahnputzlied sorgt für gute Laune, wenn Sie es zusammen mit Ihrem Kind vor dem Zähneputzen singen. Auch ein Zähneputz-Tanz zusammen mit dem Sprössling wird diesen in eine fröhliche Stimmung versetzen. Danach geht das richtig Zähne putzen wie von allein. Sie können im Badezimmer auch die Lieblingsmusik Ihres Kindes einschalten. Sie geht aus, wenn die Zähne nicht sorgfältig geputzt werden.

Die Zahnpasta

Bei der Zahnpasta für Kinder scheiden sich die Geister der Kinderärzte und Zahnmediziner. Während Kinderärzte dazu raten den Kindern Fluorid in Tablettenform zu geben, meinen Zahnmediziner, dass es besser wäre die Kinderzähne mit fluoridhaltiger Zahnpasta zu reinigen und dafür auf die Einnahme von Fluorid-Tabletten zu verzichten.

Zähne putzen selbst erledigen lassen

Richtig Zähne putzen bei Kindern: Ein dreijähriges Kind will in der Regel das Zähneputzen selbst übernehmen. Sie sollten Ihren kleinen Sprössling ruhig gewähren lassen, er ist bestimmt sehr stolz darauf. Allerdings ist es wichtig, dass Sie die Zähnchen aber immer nachputzen. Dabei beginnen Sie bei den Kauflächen, dann kommen die Außenseiten der Zähne an die Reihe und zum Schluss folgen deren Innenflächen. Ab fünf Jahren kann Ihr Kind meist bereits richtig Zähne putzen.

Richtig Zähne putzen in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen müssen sich besonders um ihre Zahnpflege kümmern. Sie brauchen eine intensive Zahnpflege, denn ihr Hormonspiegel steigt an und sorgt dadurch dafür, dass ihr Zahnfleisch stark durchblutet und aufgelockert wird. Es ist empfindlich und kann daher leicht verletzt werden. In der Folge könnten Bakterien die Parodontitis auslösen, einfach in das empfindliche Zahnfleisch eindringen.

Noch vor einigen Jahrzehnten hatte der Spruch Gültigkeit, dass jede Schwangerschaft für die werdende Mutter den Verlust eines Zahnes bedeutete. Heutzutage hat diese Aussage zum Glück ihren Schrecken verloren. Die Schwangerschaft bedeutet zwar für den ganzen Körper inklusive der Zähne eine große Veränderung. Aber mit der richtigen Zahnpflege, mit einer weichen Zahnbürste und einer Zahncreme für empfindliche Zähne kann das Problem gelöst werden. Zudem sollte im ersten Drittel der Schwangerschaft eine Zahnfleischkontrolle inklusive einer professionellen Zahnreinigung vorgenommen werden. Außerdem raten Zahnärzte zu einer sorgfältigen täglichen Mundhygiene. Denn eine Parodontitis könnte sich negativ auf das ungeborene Kind auswirken.

Zähne putzen bei Füllungen und Implantaten

Zähne, die mit einer Füllung oder mit einer Krone versehen sind, brauchen eine besonders sorgfältige Zahnpflege. Andernfalls siedeln sich am Übergang zur Zahnsubstanz Bakterien an. Werden diese Zähne nicht richtig geputzt, kommt es zu Mundgeruch und zu Entzündungen am Zahnfleisch.

Ähnliches gilt bei Implantaten. Die Bakterien können ihnen nicht schaden. Aber die Kieferknochen und das Zahnfleisch werden durch die Säure bildenden Keime in Mitleidenschaft gezogen. Sie bilden allerdings die Basis für die Implantate und sollten daher gesund sein. Bei einem entzündeten Kieferknochen verlieren die Implantate ihren Halt und können herausfallen. Deshalb ist es wichtig, dass die Zähne immer sorgfältig und richtig geputzt werden.

Zahnseide benutzen

Mithilfe von Zahnseide können Sie auch die Zahnzwischenräume säubern, in die Borsten einer herkömmlichen Zahnbürste nicht hingelangen. Sie sollten sich für den Einsatz der Zahnseide etwas Zeit lassen. Denn der Umgang damit erfordert ein wenig Übung.

Die Zahnseide wird vorsichtig zwischen zwei Zähnen gezogen. Mit den Auf- und Abwärtsbewegungen lassen sich die Zahnzwischenräume von den weichen Zahnbelägen befreien.

Zahnzwischenraumbürste

Offene Zahnzwischenräume lassen sich mit einem Zahnzwischenraumbürstchen reinigen. Sie finden diese Produkte mit verschiedenen Stärken und in unterschiedlichen Größen und Formen im Online-Handel. Diese Modelle lassen sich in ihrer Funktion mit einem der Flaschenbürstchen vergleichen.

Ein solches Zahnzwischenraumbürstchen bewährt sich zudem bei der Reinigung von festsitzendem Zahnersatz und bei Implantaten.

Mundspülung benutzen

Auch eine hochwertige Mundspülung kann Sie bei der perfekten Mundhygiene unterstützen. Sie sollten dieses Produkt aber nicht mit einem herkömmlichen Mundwasser verwechseln. Die antibakterielle Mundspülung hat den Zweck Parodontitis und Karies vorzubeugen. Das Mundwasser sorgt dagegen nur für frischen Atem. Nachdem Sie Ihre Zähne gründlich geputzt haben, hilft die Mundspülung Bakterien im Mund abzutöten. Außerdem erfrischt das Produkt auch Ihren Atem. Häufig enthält die Mundspülung noch Fluoride zur Härtung des Zahnschmelzes. Einige der Mundspülungen können sogar die Bildung von Zahnstein mindern, aber nicht ganz vermeiden.

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