Das Thema Mundgeruch ist für viele Menschen tabu und das, obwohl jeder Zweite von dem Problem gelegentlich betroffen ist. Vielfach merken Sie das aber nicht selber, da Sie Ihre Atemluft nicht selber riechen können.

Familienmitgliedern und Freunden ist das Thema häufig zu pikant, sodass sie in der Regel nichts dazu sagen. Das ist eigentlich sehr schade, denn man könnte meist leicht etwas gegen Mundgeruch (Halitose) tun. Wo liegen die Mundgeruch Ursachen? Viele meinen, dass Halitose von den Magensäuren kommt. Dieser Glaube ist allerdings falsch, denn die wahren Wurzeln des Übels liegen nicht selten im Mund- und Rachenraum.

Wie kann man schlechten Atem erkennen?

Betroffene können ihre eigene Atemluft nicht riechen und bemerken oftmals gar nicht, dass sie unter Mundgeruch leiden.

Wie bereits erwähnt, werden Sie es selbst häufig nicht merken, wenn Sie von dem Problem Halitose betroffen sind. Es gibt aber einige Möglichkeiten, mit denen sie selber herausfinden können, ob Sie an schlecht riechender Atemluft leiden. Achten Sie beispielsweise auf Ihre Zunge. Wenn Sie im hinteren Zungen-Abschnitt einen weißen Belag entdecken, kann das ein Anzeichen von Halitose sein.

  1. Ein weiterer Mundgeruch Test könnte sein: Atmen Sie zum Beispiel in Ihre zu einer Höhle geformte Hand stark aus. Dann können Sie es wahrscheinlich riechen, wenn der Atem „unangenehm duften“ würde.
  2. Speicheltest: Spucken Sie einen recht großen Tropfen Speichel in ein kleines Glas. Das Glas wird für ungefähr fünf Minuten verschlossen. Dann nehmen Sie den Deckel ab und riechen daran.
  3. Luftbeutel Test: Atmen Sie in einen sauberen Beutel aus und halten Sie diesen sofort danach zu. Danach begeben Sie sich damit in ein gut durchlüftetes Zimmer und öffnen dort den Luftbeutel und riechen daran.
  4. Handgelenk-Test: Reinigen Sie das Handgelenk mit sauberem Wasser und lecken Sie danach mit der Zunge kräftig darüber. Nun lassen Sie die Haut für eine halbe Minute antrocknen bevor Sie daran riechen.
  5. Test beim Hausarzt: Der Arzt macht in der Regel eine Gas-Analyse mittels Halimeter. So kann er feststellen, ob Sie an Mundgeruch leiden.
  6. Gute Freunde fragen: Sie haben aber auch die Möglichkeit Ihre Partnerin/den Partner oder wirklich gute Freunde um eine ehrliche Meinung bitten. Sollte sich herausstellen, dass Ihre Atemluft nicht wirklich gut riecht, so gibt es einiges das Sie dagegen tun können.

Arten von Mundgeruch

1. Vorübergehender Mundgeruch

Vorübergehender schlechter Atem entsteht häufig durch den Konsum bestimmter Nahrungsmittel. Vor allem durch Knoblauch, Zwiebel, Schnittlauch, Kohl, Rucola oder durch Fisch. Auch eingenommene Medikamente wie Chloralhydrat oder Phenothiazine und Rauschmittel können für schlechten Atem verantwortlich sein. So haften die ätherischen Knoblauch-Öle beispielsweise an der Schleimhaut und werden dann vom Organismus aufgenommen. Nach zirka einem Tag werden Sie über die Hautdrüsen wieder ausgeschieden. Schlechter Atem der durch Alkohol und Zigaretten entsteht, verschwindet zum Glück von alleine, sobald Sie auf diese Substanzen verzichten.

2. Chronischer Mundgeruch

Chronisch schlechter Atem ist deutlicher unangenehmer als ein vorübergehender Mundgeruch. Früher nahm man an, dass das Problem im Magen-Darm-Trakt liegen würde. Mittlerweile weiß man allerdings, dass der Magen meist nicht der Verursacher für Halitose ist. Schuld sind eher die Bakterien. Anerobe Bakterien fühlen sich im Mund- und Rachenbereich sehr wohl. Sie ernähren sich von den Resten der eiweißhaltigen und zuckerhaltigen Lebensmitteln die Sie zu sich nehmen. Diese Nahrungsreste werden von den Bakterien zersetzt. Dabei werden Schwefelwasserstoffe freigesetzt. Die Mehrzahl dieser Bakterien ist im hinteren Teil der Zunge, in den Backentaschen sowie an den Stellen zwischen Zähnen und Zahnfleisch angesiedelt. Je mehr dieser Essensreste im Mund vorhanden sind, desto schneller vermehren sich auch die Bakterien. Die Folge davon ist, ein chronisch schlechter Atem. In der Folge hilft das Zähneputzen nur vorübergehend. Außerdem sollte die Zunge mit einem speziellen Zungenschaber gereinigt werden. Neben der sorgfältigen Zahnpflege zu Hause, am besten mit einer Schallzahnbürste hilft auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt das unangenehme Problem aus der Welt zu schaffen.

Ursachen von Mundgeruch

Die häufigsten Ursachen von Halitose liegen im Mund- und Rachenraum. Sie sind nicht selten die Folgen einer etwas nachlässigen Mundhygiene. Natürlich können auch Zahnfleischprobleme oder Erkrankungen der Zähne für den schlechten Atem verantwortlich sein. Weitere Ursachen:

  • Plaque (Zahnbelag): Wie bereits angeführt sammeln sich in den schwer zugänglichen Zahnzwischenräumen Bakterien an, die dann für den schlechten Atem verantwortlich sind.
  • Zungenbelag: Viele der Verursacher für schlechten Atem (Mikroorganismen) liegen auf der Zunge. Wird die Zunge gereinigt, ist häufig auch das Problem gelöst.
  • Prothesen schlecht gereinigt: Es ist sehr wichtig, dass auch herausnehmbare Prothesen täglich sauber gereinigt werden.
  • Nahrungs- und Genussmittel: Der Genuss von bestimmten Nahrungs- und Genussmittel (Zwiebel, Schokolade, Fisch, Alkohol, Zigaretten) kann auch schlechten Atem verursachen.
  • Unentdeckte Speisereste: Manchmal verfangen sich Essensrückstände im Mund, die dann zu Halitose führen.
  • Trockener Mund: Verringert sich der Speichelfluss, durch Schnarchen, Atmen mit offenem Mund oder infolge des zunehmenden Alters, dann bleiben bakterielle Abbauprodukte im Mund zurück. Sie tragen wiederum zu schlechtem Atem bei. Ursachen für einen trockenen Mund und damit für Mundgeruch können auch Stress, Alkohol und bestimmte Medikamente sein.
  • Probleme in Nase und Rachen: Schlechter Atem kann zudem eine Folge einer Mandelentzündung oder Fremdkörpern in der Nasenschleimhaut sein. Diese Erkrankungen müssen von einem Hals-Nasen- Ohrenarzt behandelt werden.
  • Entzündung der Mundschleimhaut: Bei Kindern kann eine Herpesinfektion in den Mundraum übergreifen und dort zu schlechten Atem führen.

Was hilft gegen Mundgeruch?

Schlechten Atem der durch Zigaretten und Alkohol auftritt, können Sie auch mit Kaugummi und sorgfältigem Zähneputzen zu Leibe rücken. Häufig liegen die Ursachen von übel riechender Atemluft bei einer unzureichenden Mundhygiene. Verwenden Sie Hilfsmittel wie Zungenschaber (bei belegter Zunge). Mithilfe einer modernen Schallzahnbürste entfernen Sie auch die letzten Essensreste zuverlässig aus den Zahnzwischenräumen. Sobald diese Erreger entfernt sind, verschwindet meist auch der schlechte Atem. Neben der regelmäßigen Pflege der Zähne sollten Sie aber auch mindestens einmal jährlich eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt in Anspruch nehmen. Einige der gesetzlichen Krankenkassen übernehmen einen Teil der anfallenden Kosten, obwohl diese Leistung nicht in ihrem Leistungskatalog angeführt ist.

Stark gesüßte und säurehaltige Getränke können sich auf Ihre Atemluft negativ auswirken. Zudem sollten Sie auf den Genuss von frischen Zwiebeln verzichten. Es ist immer besser dem schlechten Atem vorzubeugen, statt ihn zu bekämpfen.

Hausmittel gegen Mundgeruch

Was tun gegen Mundgeruch? Tritt der schlechte Atem nicht krankheitsbedingt auf, dann können Sie sich fragen, ob man auch mithilfe von Hausmittel Mundgeruch bekämpfen kann.

  • Teebaumöl und Zitronenwasser: Mit einer Lösung aus Wasser und frisch gepresstem Zitronensaft oder lauwarmen Wasser und einigen Tropfen Teebaumöl, lässt sich fauliger Mundgeruch in Schach halten.
  • Apfelessig und Apfel: Eine Knoblauch- oder Zwiebelfahne lässt sich vermeiden, wenn Sie in einen Apfel beißen. Alternativ dazu können Sie auch einen Esslöffel Apfelessig in einem Glas Wasser auflösen, um anschließend damit den Mund auszuspülen.
  • Kaffeebohnen: Kaffeebohnen sind wiederum eine gute Alternative zu Pfefferminzbonbons und ein weiteres Mittel gegen Mundgeruch. Sie sorgen für besseren Atem und bringen Ihre Mundflora nicht aus dem Gleichgewicht.
  • Ölziehen: Bei dieser Methode bindet das Öl die riechenden Substanzen und den schlechten Geruch im Mund. Dabei wird das Öl im Mund durch die Zähne gezogen.
  • Birkenzucker (Xylitol): Dieser Zucker ist imstande Karies zu beseitigen. Sie lösen einen halben Teelöffel im Mund auf und ziehen ihn durch die Zähne.
  • Petersilie, Dill oder Gewürznelken: Nach einer geruchsintensiven Mahlzeit können Sie entweder an einem Petersilienstängel-, an Dillkräutern-, oder an einigen Gewürznelken kauen.

Wann müssen Sie zum Arzt?

Schlechter Atem hat im Allgemeinen harmlose Ursachen. Meist ist einer Halitose mit einer gründlichen und sorgfältigen Mund- und Zahnpflege beizukommen. Da man es selber aber selten nicht merkt, dass man die Umgebung mit schlechter Atemluft nervt, wird häufig auch lange nichts dagegen unternommen. Wird das harmonische Miteinander von aeroben und anaeroben Bakterien im Mund durch bestimmte Nahrungsmittel gestört, führt dies zu Halitose. Zu übel riechendem Atem kommt es, sobald die anaeroben Bakterien im Mundraum die Oberhand gewinnen.

Allerdings kann der schlechte Atem auch durch Magenprobleme entstehen. Leiden Sie über einen längeren Zeitraum an Beschwerden wie etwa Aufstoßen oder Sodbrennen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Kann Ihr Hausarzt die Ursache für die schlechte Atemluft nicht gleich herausfinden, müssen Fachärzte hinzugezogen werden.

Der Haus- oder Zahnarzt wird Sie zuerst auf Erkrankungen des Mund- und Rachenraumes untersuchen. Dabei können unterschiedliche Gerüche, die er bei seiner Untersuchung wahrnimmt, auf mögliche Erkrankungen hinweisen. Leiden Sie zum Beispiel an Nierenversagen, dann kann Ihr Atem nach Harn riechen. Bei einer sorgfältigen Untersuchung wird man neben den Nieren, auch die Leber und den Magen-Darm-Trakt unter die Lupe nehmen, um etwaige Krankheiten in diesen Bereichen ausschließen zu können.

Sitzt der Übeltäter, der den schlechten Atem verursacht im Mund, dann lässt er sich mit einer guten Mundhygiene und mit einer professionellen Zahnreinigung beseitigen. Zudem sollte sich der Zahnarzt auch um Ihren Zahnhalteapparat kümmern. Ein starker Mundgeruch kann auch an der Erkrankung Ihrer Zähne oder des Zahnfleisches liegen.

Mundgeruch bei Kindern

Auch im Mund von Kindern können sich Bakterien ansiedeln, die dann zu einem schlechten Atem führen. Mund-Geruch-auslösend bei Kindern ist meist eine unzureichende Mundhygiene oder ein trockener Mund. Beim Schlafen produzieren Kinder nämlich weniger Speichel. Der Speichelfluss ist für die Selbstreinigung des Mundes verantwortlich. Ist der Mund zu trocken, werden die Bakterien auf den Mundschleimhäuten nicht richtig in Richtung Speiseröhre geführt. Die Folge ist ein „muffig“ riechender Atem am Morgen danach.

Außerdem können Infektionskrankheiten wie etwa eine Mandelentzündung für die Halitose bei Kindern verantwortlich sein. Eine Nebenhöhlenentzündung – sie tritt häufig zusammen mit einer Zahnentzündung auf, ist eine weitere mögliche Ursache für schlechten Atem. Wichtig ist, das bereits bei kleinen Kindern großer Wert auf eine gründliche Zahnpflege gelegt wird. Schlecht riechender Atem bei Kindern sorgt häufig für eine Hänselei unter den Mitschülern. Deshalb sollten Sie das Problem nicht auf die leichte Schulter nehmen und es am besten mit der Kinderärztin/dem Kinderarzt abklären.

Das Baby hat Mundgeruch

Was steckt dahinter wenn das Baby schlechten Atem hat? Es kann sein, dass es gerade seine ersten Milchzähnchen bekommt. Die ersten Zähne bahnen sich zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat ihren Weg durch die Kauleisten. Am dritten Geburtstag des Kindes haben es dann meist alle 20 Milchzähne geschafft und sie sind komplett. Während der Periode des Zahnens rötet sich das Zahnfleisch und Ihr kleiner Liebling schläft häufig unruhig. Zudem kommt es zu einem erhöhten Speichelfluss. Ein schlechter Atem ist in dieser Zeit daher keine Seltenheit bei einem Baby.

Halitose beim kleinen Säugling könnte aber auch noch andere Ursachen haben wie etwa: Das Baby spuckt sehr viel oder es ist womöglich erkältet. Es kann sich außerdem um eine Infektion des Rachenraums handeln.

Wurde bei etwas größeren Kindern zu wenig auf die Zahnpflege geachtet, ist es durchaus möglich, dass sich an den durchgebrochenen Milchzähnen bereits Karies bildet.

Sollten Sie bei Ihrem Säugling über einen längeren Zeitraum schlechten Atem feststellen, dann müssen Sie mit Ihrem kleinen Schatz unbedingt eine Kinderärztin/einen Kinderarzt aufsuchen, damit eine etwaige Krankheit mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

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